Molitor Seite 10
Molitor

© Darkwulf

Ein dunkler Gang der nur schwach vom Fackelschein erleuchtet war wandt sich hier wie eine Schlange und führte hinab in die Tiefe. Wurde es hier nun deutlich wärmer oder war das nur eine unbestätigte Annahme ? Die Luft wurde stickiger und wies einen seltsamen Geruch auf der ihre Lungen reizte. Als sie um die nächste Biegung kamen sahen Sie bleiche Gebeine am Boden des Höhlensystems liegen. Efferdia nahm eine der Fackeln aus einer der Wandhalterungen und hielt sie über sich. Nun konnte man erkennen, dass diese zum größten Teil zerborsten da lagen und nicht menschlich aussahen. Wer war hier gestorben, oder wurde getötet ? Welchen Gefahren würden sie noch begegnen ?

Vorsichtig gingen sie weiter und erreichten nach einer guten Viertelstunde eine steinerne Pforte, deren Türen weit geöffnet waren und schwer beschädigt in ihren Angeln hingen. Hinter dieser Pforte lag ein langer Tunnel der sich langsam nach hinten verjüngte. Nach kurzer Zeit zwängten sie sich an scharfkantigen Wänden vorbei. Hier war der Gang nicht beleuchtet und so hatten sie eine Fackel mit sich genommen. Leise unterhielten sie sich mit ihren beiden echsischen Begleitern, denen diese Bereiche auch unbekannt waren. Sie hatten lediglich in alten Mythen und Legenden darüber gehört. Diese berichteten von einer Welt unter der ihren. Eine Welt die viele Gefahren barg, wie zum Beispiel den Seelenreißern oder den unsichtbaren Zündelwesen, die mit einer Berührung jemanden entzünden konnten.

Als der Gang endete befanden sie sich im Inneren einer kleinen Höhle. Unzählige Stalagmiten und Stalagtiten waren hier und dort zu sehen. Dennoch endete ihre Reise hier keinesfalls. Sie führte sie an einem kleinen Bächlein vorbei. Durch einen offenbar nicht natürlichen Wanddurchbruch schlüpften sie in einen weiteren Hohlraum. In diesem lagen ein paar zerissene Kettenglieder auf dem felsigen Untergrund. Diese waren stark verrostet und an ihnen konnte man verkrustete Blutreste erkennen.

Schweigend nahm Falk diese prüfend in beide Hände und ließ sie abrupt wieder zu Boden fallen. ,, Ich habe eben einen unglaublich starken Schmerz gespürt .´´ verkündete er stöhnende allen Beteiligten. Als Rotrazzil die Kettenglieder nochmals prüfte, machte er eine bedrückende Aussage. ,, An diese Ketten wurde ein Wesen gekettet, das nicht von dieser Welt stammte und unglaubliches Leid brachte.´´ zischte er. ,, Diese dämonoide Kreatur wurde aus reinem Hass geboren um Hass zu entfesseln.´´ erklärte er weiter. ,, Ist … sie ….´´ wisperte Efferdia stotternd. ,, Sie konnte nicht gebannt werden und wird weiter töten ! ´´ erläuterte Rotrazzil hart. Sie alle nahmen dies zur Kenntnis, wollten jener Bestie doch nie begegnen.

Stöhnend fuhr ein kalter Windhauch herauf aus der Tiefe in die sie nun sahen. Ein klaffendes Loch lag vor ihnen und sie konnten nicht erkennen, wie tief es hinab führte. Sorgsam banden sie sich Seile um und überprüften die Knoten der Stricke sorgsam, da an ihnen ihr Leben hängen würde. Die Enden banden sie um ein paar Felsen und begannen sich ab zu seilen. Es war sehr anstrengend und sie mussten darauf achten die Stricke nicht an den scharfen Kanten der Felswand durch zu scheuern. Nach einer ganzen Weile fühlten sie wieder festen Boden unter den Füßen, konnten jedoch nichts sehen.

Nach einigen Minuten gelang es ihnen eine Fackel zu entzünden. Dies war sehr mühsam gewesen, da die Feuchtigkeit hier unten zu genommen hatte. Auch war es sehr kühl hier unten, was Efferdia dazu veranlasst hatte sich ihren wollenen Umhang über zu streifen. Auch die anderen hatten sich ihre Kapuzen tief in ihre Gesichter gezogen. Sie hofften Lurthenors Seele finden zu können oder gar einen Weg zu dieser zu gelangen.

Nach einem einstündigen Marsch durch enge Gänge erblickten sie riesige Farngewächse, die von Gwenpetrylsteinen beleuchtet wurden. Auf dem Boden wuselten einige blaue Ameisen herum die Blätter und kleine Bröckchen herum trugen. Von der Decke tropfte es herab und das eiskalte Wasser ließ Molitor erschaudern, den gerade ein Tropfen im Gesicht erwischt hatte. Der Weg führte weiter geradeaus und bald blendete sie ein goldenes Licht welches von oben kam.

Als sie in die Richtung sahen bemerkten sie, das es das Sonnenlicht war, welche durch ein sehr hoch gelegenes Felsenloch schien, das man unmöglich von hier unten erreichen konnte. Jetzt lagen überall Felsbrocken herum, die sie umgehen mussten. Efferdia schmerzten inzwischen die Knöchel und fast hätte sie sich den Fuß vertreten. Falk sah sie besorgt an doch sie versicherte ihm das alles in Ordnung sei.

Schließlich wurden sie von Molitor auf ein paar umgestürzte Statuen aufmerksam gemacht, die echsische Züge trugen. Diese waren jedoch zerstört worden und lagen willkürlich um sie herum verstreut da. Nach einer Weile wurden sie durch ein seltsames Geräusch aufgeschreckt. In dessen Richtung sahen sie eine fein gearbeitete, goldene Tür, die ein metallener Riegel verschloss. Allerdings erbebte diese unter der enormen Kraft, die von der anderen Seite kam. Irgendjemand versuchte von der anderen Seite durch zu brechen.

Der Rotgeschuppte machte eine kurze Handgeste und aus seinen Händen heraus entstanden Nebelstränge die bis Tür vordrangen und einen merkwürdigen Singsang von sich gaben. Molitor hielt seinen Stab vor sich und sah wie diese unter der Tür verschwanden. Dann drang ein greller Schrei an ihr Gehör, der es schmerzen ließ und sie fast wahnsinnig machte. Plötzlich wurde die goldene Pforte aus ihren Angeln gesprengt und Hogan warf sich in Deckung.

Falk und Efferdia zogen ihre Waffen und begaben sich in Verteidigungsstellung. Rotrazzil warf sich dem Biest entgegen das von Nebelsträngen umklammert wurde und wild um sich schlug. Als sein Schrei wieder an ihre Ohren drang drohten ihre Trommelfelle zu platzen. Dies Wesen stand auf zwei stämmigen Beinen an denen einige Köpfe an blutigen Sehnen befestigt waren. Der Rumpf bestand aus rautenähnlichen Gebilden die auf und zu klappten.

Man konnte in ihnen ein rotes flackern erkennen und manchmal kam es vor das dünne, weiße Fäden heraus fielen. Der Kopf des Geschöpfes war von weißlicher Farbe über dem schwarze Punkte schwirrten. Die Schnauze sah aus wie die eines Schweines und es hatte ein verzerrtes Maul in dem Zähne von halber Armlänge waren. Fünf Hörner stachen aus der haarlosen Kopfhaut hervor, die sich manchmal vergrößerten. Das grauenerregendste waren aber die geweiteten, blutunterlaufenen Augen in denen man puren Hass sehen konnte und man sich die Niederhöllen herbeisehnte.

Ihr Begleiter wurde in den Arm gebissen und das Wesen zerrte daran. Rotrazzil dachte in diesem Moment an das was er in der Ewigkeit gelernt hatte und setzte seine Kräfte frei. Das Wesen schrie und spie Galle die den Boden zum brennen brachte. ,, Lauft durch und rennt solange bis euch der Atem fehlt !´´ schrie der rotgeschuppte seinen Begleitern zu. Diese gehorchten und rannten was ihre Körper her gaben. Die Kreatur konzentrierte sich gerade auf Rotrazzil und holte mit ihren Pranken aus, die wie die eines Stieres aussahen. Der Achaz konnte gerade noch zur Seite ausweichen und er wusste, das er hier gegen die Mächte der Niederhöllen kämpfen musste, die auch sein Leben zum Teil gelenkt hatten. Aber noch immer war er ohne die Kräfte der heiligen Quelle zu schwach und musste größeren Kämpfen aus dem Weg gehen.

Hinter ihnen tobte ein ungleicher Kampf. Dennoch liefen sie so wie es ihr Begleiter ihnen Empfohlen hatte. Nach einiger Zeit brannten ihre Lungen und sie mussten stehen bleiben. Schnaufend erstiegen sie eine breite Treppe die nach oben führte. Dann kamen sie an die Oberfläche und schritten durch ein Dickicht von Urwaldpflanzen bis sie an einer sprudelnden Quelle hielten, die aus der Erde drang. Das davon ausgehende Rinnsaal verlief sich in den weiten des Waldes. Als Falk und Efferdia davon trinken wollten wies Molitor sie scharf zurück.

,, Es ist gefährlich davon zu trinken,wenn man die Riten nicht kennt. ´´ dozierte Molitor. Beide hielten inne und sahen den schwarzgeschuppten fragend an. ,, Man kann sterben oder leben, das kommt ganz darauf an .´´ erklärte Molitor. ,, Woher kennst du die Riten ? fragte Falk. ,, Ich konnte über sie in diesem Kristall lesen.´´ erwiderte Zsichtor während er seinen leuchtenden Stein, den er um den Hals trug von der Schnur löste und ihn in der rechten Klaue hielt. Dann las er :,,Omnizs hojes den Ghallazz un meti.´´ Dann bedeutete Molitor das es nun ungefährlich sei, aber das ewige Leben nur mit einer speziellen Formel zu erlangen sei. Weiterhin erklärte er, das man, wen man von der Quelle nun trank in die Welt der Seelen reisen könne. Also taten sie dies und würgten sofort als ihnen der Atem genommen wurde und sie völlig benommen auf den erdigen Boden fielen.

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